„Man soll gehen, wenn es am schönsten ist.“

25 Jahre Hypo Tirol Volleyballteam – Das Ende einer Ära

Nach einem Vierteljahrhundert prägt das Hypo Tirol Volleyballteam den heimischen Spitzensport nicht mehr. Mit dem Ende der Saison verabschiedet sich der erfolgreichste Volleyballverein Österreichs aus dem Profisport und konzentriert sich künftig ausschließlich auf den Nachwuchs.

Ein beeindruckendes Vermächtnis

Seit seiner Gründung im Jahr 1997 entwickelte sich Hypo Tirol zu einer der prägendsten Mannschaften des Landes. 12 Meistertitel, 7 Pokalsiege, 3 MEVZA-Erfolge und beachtliche internationale Auftritte zeugen von der Dominanz des Teams. Auch heuer bleibt die Mannschaft ungeschlagen und hat den 13. Meistertitel fest im Visier – der krönende Abschluss einer einzigartigen Erfolgsgeschichte.

Rückzug aus dem Profisport

„Der Spitzenvolleyball in Innsbruck ist Geschichte, eigentlich in ganz Österreich“, erklärt Manager Hannes Kronthaler bei der Abschiedspressekonferenz. Trotz sportlicher Höhenflüge mangelte es an notwendigen Rahmenbedingungen. Fehlende Sponsoren, mangelnde politische Unterstützung und ein Verband, der sich nicht weiterentwickelt – diese Herausforderungen ließen Kronthaler und sein Team keine Wahl. „Jeder Trachtenverein in Tirol wird besser behandelt als wir“, resümierte er ernüchtert.

Kritik an der Sportpolitik

Schon seit Jahren bemängelte Kronthaler die fehlende Infrastruktur. „Eine Ballsportakademie bleibt weiterhin eine Vision, eine eigene Halle gibt es bis heute nicht.“ Auch die Zusammenarbeit mit den Landesunternehmen verlief enttäuschend. „Wir haben den Glauben verloren, dass sich etwas ändert“, betonte Kronthaler. Der spürbare Stillstand im österreichischen Volleyball und die fehlende Wertschätzung für den Profisport besiegelten den Entschluss.

Zukunft des Vereins

Der Nachwuchs bleibt das neue Herzstück von Hypo Tirol. „Wir wollen den Kleinsten eine Perspektive geben“, erklärt Kronthaler. Die U18- und U20-Mannschaften sollen weiter gefördert und Talente möglicherweise in der 2. Bundesliga geformt werden. Sportdirektor Stefan Chrtianský wird den Nachwuchsbereich noch zwei Jahre hauptberuflich leiten, bevor sich der Verein neu aufstellt – allerdings ohne die Familie Kronthaler. „Ich habe meinem Sohn verboten, Hypo zu übernehmen. Unsere Familie hat genug für den Volleyballsport getan.“

Ein Abschied mit Wehmut

Noch einmal richtet sich der Blick auf den Finaleinzug und den 13. Meistertitel. Danach heißt es Abschied nehmen. „Nach dem Titelgewinn gibt es die große Abschiedsparty“, so Kronthaler.

Das Organisationsteam bedankt sich bei Hannes Kronthaler für seinen unermüdlichen Einsatz, sein Kämpfen gegen Windmühlen und die fantastische Zeit. Wehmut schwingt mit, denn eine Ära geht zu Ende. Doch das Erbe von Hypo Tirol bleibt bestehen – in den Erinnerungen und in der Zukunft des Nachwuchses.

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